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Interviews

John Lelangue (Phonak): „Wir wollten das Rennen nicht abwürgen“



„Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass die Entscheidung, Pereiro das Gelbe Trikot zu überlassen, die richtige gewesen ist.
Ich entnehme der Etappe dieses Tages, dass wir ein starkes Team haben. Axel ist es gelungen, bei dem Ausreißversuch dabei zu sein, und wir hatten noch vier weitere Fahrer um Floyd am Fuße des Anstiegs nach Alphe d’Huez. Dadurch konnte er noch einmal durchatmen und sich auf Axel verlassen zu dem Zeitpunkt, zu dem Menchov anfing, sich für den Anstieg in Position zu bringen.
Wir wollten das Rennen nicht abwürgen, weil wir auch uns selbst nicht abwürgen wollten. Die Anstrengungen, die erforderlich gewesen wären, um große Abstände entstehen zu lassen, hätten sich im Hinblick auf die morgige Etappe als fatal erweisen können.
Floyd hätte sich gerne noch auf die Jagd um den Etappensieg gemacht, aber die Ausreißer waren zu weit weg, wir wollten kein Risiko eingehen.“

 

Floyd Landis: „Meine Aufgabe bestand darin, Klöden zu folgen“



„Wir wollten bei dieser Etappe vorsichtig sein, weil es nicht uns oblag, die ganze Etappe lang das Rennen zu kontrollieren. Es war eine gute Entscheidung, Pereiro vor einigen Tagen das Gelbe Trikot übernehmen zu lassen. Schade, dass er es nicht hat behalten können, denn er hat hart gearbeitet, und mich hätte es nicht gestört, es ihm einen Tag länger zu lassen.
Die Tatsache, dass Klöden sehr stark gewesen ist, hat sich zu meinen Gunsten ausgewirkt, da er den größten Teil der Arbeit geleistet hat. Ich glaube nicht, dass ich jetzt noch einmal versuchen werde, jemand anderem das Gelbe Trikot zu überlassen, es hängt von den Umständen ab. Ich bin recht zuversichtlich in meine Möglichkeiten im Zeitfahren, es ist aber besser, Vorsicht walten zu lassen.
Meine Aufgabe bestand heute einfach darin, Klöden zu folgen. Es liegt jetzt in meinem Interesse, meine Rivalen zu überwachen und die Abstände so zu wahren, wie sie jetzt sind.“

 

Frank Schleck: „Wenn du dich gut fühlst, kannst du nicht gewinnen“



„Ich fühle mich nie gut bei einem Rennen, ich leide immer. Wenn du dich gut fühlst, kannst du nicht gewinnen. Das ist eine Regel, die ich seit Jahren gelernt habe. Ich sollte eigentlich bei dem Ausreißversuch von heute Morgen nicht mitfahren, und jetzt bin ich hier als Sieger einer Etappe bei der Tour de France. Ich muss meinen Teamgefährten danken, die mich den ganzen Tag über zu 100% unterstützt haben. Ich hätte es ohne Jens (Voigt) und David (Zabriskie) nie geschafft.
Es ist Wahnsinn, in Alphe d’Huez zu gewinnen. Ich konnte es nicht glauben, bis ich die Ziellinie überquert hatte. Ich brauche ein wenig Zeit, um mir dessen bewusst zu werden;
Wir haben am Fuße des Anstiegs stark losgelegt, und im Finale ist es mir gelungen, die Kräfte freizusetzen, um auch Cunego abzuhängen.“

 

Bjarne Riis (Manager, Team CSC): „Die Möglichkeit ist immer gegeben…“



„Frank ist ein sehr guter Fahrer, und er ist ein gutes Rennen für unser Team gefahren. Ich hatte so ein Gefühl, dass er gewinnen könnte, wenn es ihm gelingen sollte, bei einem Fluchtversuch dabei zu sein. Wenn man am abschließenden Anstieg mit einem Vorsprung von drei Minuten ankommt, ist die Möglichkeit immer gegeben. Er war stark und hatte gute Beine, deswegen freut es mich, dass er taktisch so clever war.
Es gab viele Schlüsselmomente in dieser Etappe, die Tatsache aber, dass wir bei dem Ausreißversuch hellwach waren, war besondes wichtig. Wir hatten drei Fahrer dabei, u.a. Frank, der wusste, dass er heute in guter Form war. Ein weiterer Schlüsselmoment war wohl der Anstieg zum Col du Lautaret, als Jens und Dave auf den letzten fünf Kilometern das Tempo sehr hoch gehalten haben… es war wichtig, für die Ausreißergruppe einen guten Vorsprung zu wahren.“

 

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