Interviews
Floyd Landis - "Ist doch klar, worauf ich als nächstes hoffe: Ich möchte das Rennen gewinnen..."
“Die Sache von gestern hatte nichts mit Druck zu tun. Ich fühlte mich von Anfang an schlecht. Etappe 16 war kein Tag, an dem man sich schlecht fühlen sollte; es gab keinen Streckenabschnitt, der eine Erholung geboten hätte. Es war ein Desaster. Es hat vielleicht nicht danach ausgesehen, aber ich habe das Letzte aus mir rausgeholt. Ich würde gerne sagen, dass ich das Rennen nur spannend machen wollte, aber mehr hatte ich einfach nicht drauf. Auf der heutigen Etappe habe ich nicht zuviel Zeit mit Nachdenken verbracht. Wir haben den von Anfang an für heute vorgesehenen Plan durchgezogen. Danach konnte ich nur noch hoffen, dass die Verfolgung hinter mir nicht organisiert sein würde, bzw. dass sie nicht stark genug sein würden, um mich einzuholen. Ich hatte nicht allzu viele Informationen, kannte nur dann und wann die Zeitabstände, aber es fällt schwer zu sagen, was hinten so abgeht. Als die Zeitabstände länger gleich blieben, war ich ziemlich sicher, dass sie so hart wie nur eben möglich arbeiteten, und dass ich es schaffen würde.
“Es wäre doch kein Spaß, wenn ich jetzt verraten würde, was als nächtes geschieht. Ist doch klar, worauf ich als nächstes hoffe: Ich möchte das Rennen gewinnen. Der einzige, entscheidende Tag, der noch bleibt, ist das Zeitfahren, und ich vertraue voll auf mein Zeitfahr-Können – unter der Voraussetzung, dass ich heute nicht überdreht habe, und die Chancen stehen nicht schlecht… doch wir müssen jetzt abwarten.”
Oscar Pereiro - "Samstag ist ein anderer Tag..."
“Bislang war es schon ein fantastisches Rennen, was noch fehlt, ist ein Etappensieg. Es war schwer, aber heute trage ich wieder das Gelbe Trikot, und Samstag ist ein anderer Tag. Es freut mich für meine Mannschaft, denn alle haben heute hart gearbeitet, und im Schlussteil konnte ich meine Führung behaupten. Floyd liegt nur 30 Sekunden zurück, und der Abstand zu Carlos Sastre ist noch geringer, doch ich bin hocherfreut, einen weiteren Tag lang in Gelb zu fahren."
Damiano Cunego – “All dies wird eine wertvolle Erfahrung sein…”
“Es wird schwer, das Weiße Trikot bis nach Paris ins Ziel zu bringen, denn Marcus Fothen ist viel schneller als ich im Zeitfahren, aber ich werde mein Bestes geben, um die Tour anständig zu beenden. Das ist wirklich ein wichtiges Ziel. Was auch immer noch geschehen mag, diese Tour war ein gutes Rennen für mich. Ich werde mit großer Zufriedenheit darauf zurückblicken, obwohl ich bedauerlicherweise nicht die Etappe nach Alpe d’Huez gewinnen konnte. Heute war ich in der Lage, die gesamte Etappe lang mit den besten Fahrern mitzuhalten. Ich bin noch jung, und all dies wird für die kommenden Jahre eine wertvolle Erfahrung für mich sein.”
John Lelangue (Manager, Phonak) – “Ich vertraue für gewöhnlich auf die Ratschläge der alten Hasen…”
"Gestern Abend herrschte nach der Etappe eine Katastrophenstimmung, doch haben wir mit der Antwort nicht lange auf uns warten lassen. Nach dem Abendessen blieb ein wenig Zeit zum Nachdenken, und alle zeigten sich hochmotiviert, auf der heutigen Etappe etwas zu bewegen. Mein Vater hat mich angerufen und mir gesagt, dass wir nichts unversucht lassen sollten und am Col des Saissies attackieren sollten. Schließlich hatten wir ja auch nichts zu verlieren. Ob man jetzt als Sechster oder 26. ins Ziel kommt… da ist doch kein Unterschied, also warum nicht?
“Dann rief mich heute Morgen Eddy Merckx an und sagte mir das Gleiche. Ich vertraue für gewöhnlich auf die Ratschläge der alten Hasen, deshalb haben wir beschlossen, das Ganze durchzuziehen. Der Grundplan ist genau befolgt worden. Ich konnte allerdings nicht wissen, ob es einen Fluchtversuch geben würde, aber wir haben es hinbekommen. Jetzt ist Floyd in einer echt guten Position und besitzt große Chancen auf den Gesamtsieg, doch kann immer etwas dazwischen kommen… sogar morgen.”
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