Interviews
Levi Leipheimer – „Ich hatte den Etappensieg angepeilt…“
„Ich hatte gehofft, dass wir zahlreicher als nur zu zweit sein würden, als ich etwa 50 km vor dem Etappenziel einen Angriff gestartet habe. Es war ein harter Augenblick, viele Fahrer sahen nicht so gut aus, und es blieb immer noch ein wenig zu klettern. Ich dachte, es wäre eine gute Gelegenheit, um etwas zu versuchen. Ich habe dann losgelegt und gehofft, dass mehrere Fahrer nachziehen würden, dem war aber nicht so. Und da dachte ich: ‚Na, dann muss ich mal loslegen’. Zumindest mein Teamgefährte (Scholz) konnte zurückbleiben und sich ein wenig schonen. Das hat ganz gut geklappt, weil er ja in der letzten Dreiergruppe am Ziel war.
Wenn ich an die morgige Zeitfahrt gedacht hätte, wäre ich natürlich heute nicht in der Fluchtgruppe dabei gewesen… Ich hatte bloß den Etappensieg angepeilt.“
Oscar Pereiro – „Ich habe morgen eine schwierige Aufgabe…“
„Morgen ist ein schwieriger Tag für mich, wenn ich die Tour gewinnen will, ich werde beim Zeitfahren aber an mein Limit gehen. Ich gehe als Letzter an den Start und muss alles versuchen, um meinen Zeitverlust gegenüber Carlos und Floyd zu minimieren. Ich weiss, dass es hart werden wird, es nutzt jedoch nichts, Angst davor zu haben.
Die Distanz dieser Zeitfahretappe ist zu lange, um für mich ideal zu sein. Ich habe einen Vorsprung von nur 12 Sekunden auf Sastre, für mich ist die größte Bedrohung jedoch Landis. Der 30-Sekunden-Vorsprung auf ihn ist überaus knapp, ich werde aber morgen ins Rennen gehen und alles geben, so einfach ist das.
Nach dem Frühstück werde ich hingehen und mir die ersten paar Kilometer der Strecke im Auto anschauen und die letzten 30 auf meinem Rad zurücklegen. Ich will sehen, wie die Kurven verlaufen und wie steil die Anstiege sind. Dann werde ich etwas essen, mich ein wenig ausruhen… und dann an mein Limit gehen! Ich habe morgen eine schwierige Aufgabe, vielleicht gibt es danach aber etwas zu feiern.“
Matteo Tosatto – „Ich kann selbst auch etwas schaffen…“
„Dies ist der wichtigste Sieg in meinem Leben. Ich habe zuvor schon gute Rennen gewonnen, aber die Tour de France… das ist das Maß aller Dinge in der Laufbahn eines Radprofis. Es stimmt, dass ich normalerweise in der Rolle des Arbeiters für einen Teamkapitän stecke, aber heute hatte ich die Gelegenheit, etwas für mich selbst zu tun.
Auf den letzten 250 Metern hatte ich das Gefühl, die Dinge unter Kontrolle zu haben, und glaubte, Moreni schlagen zu können. Ich hatte am Ende mehr Kraft.
Ich bin froh darüber, wie sich der Tag entwickelt hat, denn es gab eine gute Zusammenarbeit in der Ausreißergruppe und letztlich ein perfektes Ende für mich.“
Patrick Lefevère (Manager von Quickstep-Innergetic) – „Finden Sie nicht, dass er schnell ist…?“
„Es ist eine große Erleichterung, heute mit Matteo einen Etappengewinn zu erzielen. Wir hatten ein Treffen in Dax am ersten Ruhetag, um die Leistung des Teams zu beurteilen, und uns wurde bewusst, dass wir etwas Besonderes erreicht hatten: vier Tage im Gelben Trikot, das erste Mal, dass dies in 20 Jahren einem Belgier gelungen ist. Das belgische Publikum ist aber sehr streng, wenn man nicht erfolgreich ist, so dass wir in Paris ein weiteres Treffen zu einer zweiten Beurteilung haben werden. Jetzt ist uns ein Sieg gelungen, ich glaube aber, dass es immer noch möglich ist, erneut auf den Champs-Elysées zu gewinnen. Ich habe da ein paar Ideen. Finden Sie nicht, dass er schnell ist?“
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