Interviews
Thor Hushovd: “Ich dachte nur daran in den Pyrenäen“
„Ganz klar, den Prolog zu gewinnen und dann mit einem Etappensieg hier auf den Champs-Elysées abzuschließen, ist eine Riesensache. Diese Etappe wollte ich wirklich gewinnen, und das schon seit langem. Ich habe bei dieser Tour alle möglichen Phasen durchlebt. Ich habe mich am Arm verletzt, dann bin ich bei einem Sprint disqualifiziert worden, was mich vom Kampf um das Grüne Trikot ausgeschlossen hat. Und als ich in den Pyrenäen war und mich die Pässe hochgequält habe, dachte ich nur daran.
Im letzten Kilometer gab es eine kleine Attacke, und Sébastien Hinault hat die Lücke geschlossen. Dann habe ich mich ans Hinterrad von McEwen gehängt, und es ist mir gelungen, auf den letzten hundert Metern kraftvoll an ihm vorbeizuziehen. Heute war ich stärker als er. Besser hätte es nicht enden können.“
Damiano Cunego: “Ich habe alles gegeben“
„Es ist mir gelungen, Markus Fothen im Zeitfahren zu schlagen, was beweist, dass in einem drei Wochen dauernden Rennen viele Elemente zum Tragen kommen. Wichtig ist nicht die Spezialdisziplin, sondern die Energie, die man am Ende noch hat. Beim Zeitfahren habe ich wirklich alles gegeben, und scheinbar hatte ich noch etwas mehr in den Beinen. Dadurch konnte ich das Weiße Trikot behalten.
Mir werden vor allem zwei Tage in Erinnerung bleiben, der am Alpe d’Huez, wo ich Zweiter geworden bin, und dann natürlich dieses Zeitfahren, das ein voller Erfolg war. Ich hoffe, im nächsten Jahr ein noch besseres Ergebnis zu erzielen, ich habe dazu viel hinzugelernt. Aber ich muss mich auch auf den Giro konzentrieren.“
Robbie McEwen: „Diese Tour eine der härtesten, die ich je gefahren bin…“
“Es hätte heute ein bisschen besser laufen können, aber ich hatte einfach nicht die Beine dazu. Ich habe in der letzten Kurve etwas Tempo verloren und hatte nicht mehr die Kraft, Hushovd auf Abstand zu halten; er war wirklich stark heute.
Drei Etappensiege in diesem Jahr, drei Grüne Trikots, damit bin ich sehr zufrieden. Wenn ich das so vor der Tour vorausgesagt bekommen hätte, wäre ich sehr überrascht gewesen.
Ich bin 34, aber nach meinem Verständnis hängt das Siegen damit zusammen, wie viel man aufzugeben bereit ist. Es hängt von deinem Körper ab, ich habe aber Jahr für Jahr das gleiche Niveau halten oder sogar noch etwas verbessern können. Ich finde, in diesem Jahr war ich so schnell wie zuvor. Ich bin sehr konzentriert, und es ist toll, wieder das Grüne Trikot zu gewinnen.
Diese Tour war eine der härtesten, die ich je gefahren bin. Das lag nicht nur an der Hitze und den Bedingungen, sondern auch an der Art, wie sie gefahren wurde; das war sehr aggressiv. Es gab keine absolute Kontrolle wie in den Armstrong-Jahren, und dadurch ist das Rennen wirklich hart geworden. Alle haben sehr gelitten, und ich glaube, wir sind alle froh, dass es vorbei ist.“
Floyd Landis – “Ich habe gelernt, für das zu kämpfen, was ich will …”
„Es war sehr schön anzuhören, wie die Nationalhymne zu meinen Ehren abgespielt wurde. Ich habe Leute sagen hören, dass ich ein tolles Comeback gehabt habe, aber das überlasse ich dem Urteil der anderen. Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie mein Team gefahren ist, und freue mich darüber, wie ich selbst gefahren bin. Es war wahrscheinlich aufregender am Fernseher zu verfolgen, als es für uns gewesen ist. Es war zuweilen ein bisschen stressig.
Ich habe mir einige Male vorgestellt, dieses Rennen zu gewinnen. Ich hatte das GlĂĽck, hier einige Male mit Lance dabei zu sein und zu sehen, wie er es gemacht hat. Das ist hilfreich gewesen, aber es ist eine einmalige Erfahrung, es selbst zu schaffen.
Das günstigste Szenario (im Anschluss an die geplante Hüftoperation) besteht darin, dass ich keine Zeit für die Rennsaison verlieren werde. Ich hatte nicht geplant, in diesem Jahre noch Rennen zu bestreiten, so hoffe ich, mich meiner Probleme entledigen zu können und es danach dann Tag für Tag anzugehen, aber ich glaube, es wird schon klappen.
Ich habe vor allem gelernt, für das zu kämpfen, was ich bei diesem Rennen will. Wie bei den meisten Dingen im Leben: den meisten gelingt es nicht, drei Wochen zu durchleben, ohne dabei einen schlechten Tag zu haben, aber man darf nicht aufgeben. Man steht am nächsten Tag auf und gibt alles, was man hat.“
Mickael Rasmussen: “Das ist das Höchste, was man als Kletterer erreichen kann…“
„Es ist eine Sache, sich im November ein Ziel zu stecken, aber eine ganz andere, es im Juli Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn es dann soweit kommt, ist es natürlich eine große Erleichterung und beschert einem auch eine riesige Zufriedenstellung. Ich hoffe, der Tag, an dem ich die Etappe in La Toussuire gewonnen habe, noch lange Zeit in der Radsportgeschichte bleiben wird. Ich weiss jedenfalls, dass ich mich noch lange daran erinnern werde.
Da oben auf dem Podium zu stehen, fühlt sich genauso an wie im letzten Jahr. Das ist das Höchste, was man als Kletterer erreichen kann, und auch wenn ich in diesem Jahr als Favorit für das Trikot gehandelt wurde, war es wegen des gewählten Streckenverlaufs dennoch schwierig, früh zu einer Entscheidung zu gelangen. Erst zur Mitte der dritten Woche habe ich das Trikot erobern können, ich habe aber alle Gelegenheiten ergriffen, die sich mir geboten haben.“
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