
Narbonne
168.5 km
Donnerstag 17 Juli
Nach der Bekanntgabe der positiven EPO-Probe seines Kapitäns Riccardo Ricco erklärte das Team Saunier-Duval vor dem Start der 12. Etappe seine Aufgabe. Im Anschluss an die Etappe hielten Patrice Clerc, Präsident von A.S.O., und Christian Prudhomme, Leiter der Tour de France, eine Pressekonferenz, um ihrer Entschlossenheit Ausdruck zu verleihen, die Betrüger im Starterfeld auszumerzen. Auszüge der Pressekonferenz…
„Gegen 12 Uhr mittags erhielten wir einen Anruf von Pierre Bordry, dem Leiter der französischen Antidopingbehörde AFLD, der uns über die positive Probe von Riccardo Ricco unterrichtete sowie über die Tatsache, dass der Fahrer ebenfalls über diese Kontrolle informiert wurde. Das Team Saunier-Duval, mit dem wir anschließend ein Gespräch führten, hat die Entscheidung getroffen, sich aus dem Rennen zurückzuziehen.
Es ist ein schwarzer Tag für den Radsport. Wir bedauern die Dummheit – ein anderes Wort gibt es dafür leider nicht – auch weiterhin gegen die festgelegten Regeln zu verstoßen. Ich glaube allerdings auch, dass es nicht verwunderlich ist.
Man kann nicht einerseits sauberen Radsport fordern, andererseits den Radsport aber nicht säubern wollen. Was hier gerade passiert, ist Ausdruck unserer Entschlossenheit, unermüdlich gegen Doping vorzugehen. Die Antidopingbehörde AFLD, die völlig unabhängig handelt, hat uns versichert, dass sie fest entschlossen ist, alle erforderlichen Mittel einzusetzen. Und das hat sie getan. Einige haben nicht an unsere Entschlossenheit geglaubt, oder es nicht kapiert.
Ich glaube, dass wir dabei sind, die Partie zu gewinnen. Die AFLD hat zu Beginn der Tour von allen teilnehmenden Fahrern Proben genommen. Drei Fahrer sind draußen, weil sie betrogen haben. Aber die große Mehrheit der Fahrer im Peloton ist sauber.“
Christian Prudhomme: „Der Feind ist das Doping.“
“In der Vergangenheit haben wir häufig die durchgeführten Kontrollen belächelt, aber angesichts ihrer Wirksamkeit muss ich die Kontrollen der AFLD loben. Jeder weiß, dass unsere Entschlossenheit keine Grenzen kennt.
Beim Start in Brest habe ich den Fahrern hinter verschlossenen Türen gesagt: „Ihr habt es in der Hand. Ihr entscheidet, ob ihr euren Beruf ordentlich ausübt oder was anderes macht … Und ich stelle zufrieden fest, dass der Abstand zwischen denen, die falsch spielen, und denen, die ihnen auf den Fersen sind, vor unseren Augen schwindet.
Ich denke, dass man eigentlich das Positive an dieser Situation sehen muss. Die heutigen Ereignisse sind eine gute Nachricht im Kampf gegen das Doping und eine ausgezeichnete Nachricht fĂĽr alle sauberen Fahrer.
Diejenigen, die sich jetzt auf den Radsport stürzen, nehmen den falschen Feind ins Visier. Das Doping ist der Feind. Das Feld zu räumen hieße, denjenigen Recht zu geben, die betrügen."