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29/07/2009 - Mit Contador zu neuen Ufern

© Presse Sports-Alberto CONTADOR (ESP)

Alberto CONTADOR (ESP)© Presse Sports

Im Alter von 26 Jahren avanciert Alberto Contador zum zweiten spanischen Radprofi, der die Tour de France mehr als einmal gewonnen hat. Er steht zwar immer noch im Schatten des fünffachen Gewinners Miguel Indurain, doch feierte der seinen ersten Tour-Gewinn nicht in diesem Alter.

Der Werdegang der Tour-Champions offenbart ebenso viele ruhmreiche Stunden wie Verletzungen oder Durchhänger. Im Klassement der Pechvögel, die allen Widrigkeiten trotzen und gestärkt aus den Reifeprüfungen hervorgehen, belegt Alberto Contador ebenfalls einen der vorderen Ränge. Das ungeschliffene Juwel des spanischen Radsports stürzt bei der Asturien-Rundfahrt am 12. Mai 2004 schwer. Ohne das Einschreiten und die geübten Handgriffe des Rennarztes in den Augenblicken unmittelbar nach dem Unfall wäre sein Schicksal noch am selben Tag besiegelt gewesen. Aufgrund einer schwerwiegenden Hirnverletzung muss sich der Madrilene einer komplizierten Operation unterziehen, es folgt ein beschwerlicher Heilungsprozess, bei dem die Angst ein ständiger Begleiter ist. Durch ein Vertragsangebot der Formation Liberty Seguros findet Alberto den Weg zurück in das Fahrerlager – und gleichzeitig auch auf die Siegerstraße bei der Tour Down Under 2005. Im gleichen Jahr unternimmt er erste Gehversuche bei der Tour de France als Weggefährte von Roberto Heras, den er in der Gesamtwertung deutlich hinter sich lässt (Platz 31 gegenüber Platz 45 für Heras). Es sollte erst der Anfang sein.

Nachdem er wie alle Fahrer des Teams Liberty Seguros 2006 von der Starterliste gestrichen wird, feiert Contador 2007 seine Rückkehr zu der von den Franzosen liebevoll als «Große Schleife» betitelten Tour. Er hat bereits viel Vorschusslorbeer geerntet, insbesondere nach seinen Auftritten auf den Straßen von Paris-Nizza, wo er sich zu Saisonbeginn durchsetzen konnte. Bei der Tour ist er der einzige Fahrer, der mit Michael Rasmussen mithalten kann, und er erhält das Gelbe Trikot nach dem Ausschluss des Dänen. Beim Zeitfahren zwischen Cognac und Angoulême erzielt der «Conquistador» das knappste Podium der Tour-Geschichte, wobei drei Fahrer innerhalb von 31’’ liegen.

Bei der diesjährigen Tour-Auflage tritt nicht länger der junge und mit reichlich Talent ausgestattete Bergfahrer an, sondern ein Champion, der sich mit den Erfolgen bei Giro und Vuelta 2008 seinen Platz in der Ruhmeshalle des Radsports gesichert hat. Nichtsdestotrotz schützt ihn sein Status als unbestrittener Meister der Etappenrennen nicht vor der mannschaftsinternen Konkurrenz bei Astana, wo Lance Armstrong an allen Fronten (Medien, Teammanagement…) die Führungsrolle des Spaniers untergräbt, und auch nicht vor dem Erfolgshunger der Schleck-Brüder, die sich nicht mit ihrer einfachen Außenseiterrolle begnügen wollen. Mit der ihm eigenen Ruhe und Gelassenheit konzentriert sich Contador auf den Kraftakt, den er auf der Straße abliefern muss. Sein beeindruckender Auftritt bei der Verbier-Etappe zieht einen Schlussstrich unter alle Debatten. Fortan wird nur ein persönlicher Einbruch seinen Status als «Patron» der Rundfahrt in Frage stellen können. Seine Rivalen warten noch immer darauf!

 

29/07/2009 - Duelle im Etappentakt

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Im Kampf mit Armstrong und in der Folge mit Andy Schleck hat sich Alberto Contador letztlich durchgesetzt. Der Spanier war im Gebirge eine Klasse für sich, konnte die Konkurrenten aber auch bei den Zeitfahrten in die Schranken weisen und hat sich somit als derzeit komplettester Fahrer erwiesen. Das Grüne Trikot ging an Thor Hushovd, das Gepunktete Trikot an Franco Pellizotti.

Contador, Zug um Zug

Einen Sieg bei der Tour de France muss man langfristig aufbauen. Auf der Starterliste gab es zahlreiche Anwärter, insbesondere in der Astana-Mannschaft, die – mit Alberto Contador und Lance Armstrong - gleich zwei ehemalige Toursieger zu bieten hatte.Beim Einzelzeitfahren in Monaco bot der Spanier eine Kostprobe der von ihm beim Kampf gegen die Uhr erzielten Fortschritte, indem er sich sogleich von seinen größten Rivalen absetzte. Doch bei der vom Team Columbia auf der Straße zur Grande Motte ausgeheckten „Bordure“ zeichnete sich Armstrong durch seine Erfahrung und sein taktisches Gespür aus, indem er der Falle auswich, in die Contador getappt ist (41“ Zeitverlust).

Wenn die Pyrenäen auch noch keine Entscheidung in der Konfrontation zwischen Contador, Armstrong und den Schleck-Brüdern herbeigeführt haben, bot die Beschleunigung des Tour-Siegers von 2007 im Anstieg von Arcalis doch ein Anzeichen seiner Fähigkeiten, sich an den steilsten Hängen abzusetzen. Einige Tage später bestätigte der Anstieg zur Station von Verbier die Leichtigkeit und Überlegenheit von Contador im Gebirge. Mit seinem zweite Etappensieg bei der Tour und dem Gelben Trikot als Folge davon hat er der Konkurrenz einen schweren Schlag versetzt. Das wichtigste Anliegen lag danach für den « Matador » darin, die Angriffe des ungestümen Andy Schleck zu kontrollieren, ohne dabei jedoch den Podiumplatz von Lance Armstrong zu gefährden, der insbesondere von dem erstaunlichen Bradley Wiggins bedroht wurde. Die Demonstration von Contador beim Zeitfahren von Annecy, bei dem es ihm sogar gelang, Cancellara um drei Sekunden zu schlagen, und seine Kaltblütigkeit angesichts der Angiffe von Andy Schleck am Mont Ventoux haben dann sein Werk vollendet.

Hushovd – Cavendish, das Duell der Fighter

Das Etikett des schnellsten Sprinters im Peloton haftet an der Rückennummer von Mark Cavendish, der die von seiner Mannschaft in ihn gesetzten Erwartungen postwendend untermauern konnte. Nachdem er die beiden ersten Streckenetappen gewonnen hatte, positionierte sich der Brite als legitimer Anwärter auf das Grüne Trikot, das er zunächst auch sechs Tage lang spazieren fuhr. Doch Thor Hushovd, der stets auf der Lauer lag und alle Gelegenheiten ergriff, um Punkte zu sammeln, tauchte trotz der Schwierigkeiten, sich im direkten Duell durchzusetzen, immer wieder auf.

Im Bewusstsein seiner besseren Kletterkünste in den Bergen im Vergleich zu den anderen Sprintern, landete der Norweger einen genialen Coup mit einem Ausreissversuch in den Alpen auf der Etappe zum Grand-Bornand. Bei diesem Ausritt sammelte er 12 wertvolle Punkte bei den Zwischensprints des Tages in der Vorahnung, dass diese ihm bei der Endabrechnung von Nutzen sein würden. Und er hat gut daran getan, denn Cavendish hat – wie ein verletztes Tier – seine Siegessammlung bis Paris fortgesetzt. Insgesamt konnte er bei der Tour 2009 sechs Etappensiege verbuchen. Das ist besser als Freddy Maertens, der es bei den Tour-Ausgaben von 1976 und 1981 jeweils « nur » auf fünf Siege gebracht hatte. Aber nicht genug, um Hushovd noch das Grüne Trikot abzujagen, dass dieser mit 10 Punkten Vorsprung gewonnen hat.

Pellizotti, Punkt für Punkt

Nach acht Etappen haben fünf verschiedene Fahrer das Gepunktete Trikot getragen. Ohne allerdings Alberto Contador, der andere Ziel vor Augen hatte, oder Jussi Veikkanen (FDJ), Stéphane Augé (COF), Brice Feillu (AGR) und Christophe Kern (COF) zu nahe treten zu wollen, die Bergwertung wartete bis dahin noch auf den Auftritt eines ‚puren’ Kletterers. Letztlich hat sich eine Auseinandersetzung zwischen zwei Spezialisten unter den Gipfelstürmern abgezeichnet, wobei zunächst Egoi Martinez im Vergleich zu Franco Pellizotti der Stärkere zu sein schien.Doch bei den Etappen von Saint-Fargeau und dann in Vittel und Colmar hatte der Spanier Schwierigkeiten, die systematischen Angriffe von Pellizotti an den Gipfeln abzuwehren. Martinez vermochte die Entscheidung noch hinzuzögern und sich als würdiger Duellpartner zu erweisen, ohne sich dem Vorhaben von Pellizotti letztlich in den Weg stellen zu können: der erste italienische Gewinner des Gepunkteten Trikots seit Claudio Chiapucci (1991, 1992) zu werden.

 

03/07/2009 - Sprinter: Wovon träumen sie?

© Presse Sports-Thor Hushovd

Thor Hushovd© Presse Sports

© Presse Sports-Mark Cavendish

Mark Cavendish© Presse Sports

Ein exklusiver Fahrerkreis streitet bei der Tour um ein kleines Los von Etappen, für die Massenzielankünfte vorprogrammiert sind. Gemeint sind natürlich die Sprinter, die während der gesamten Rundfahrt Punkte sammeln und um das Grüne Trikot des Führenden der Punktwertung kämpfen. Diese Spezialisten bringen ihr Talent voll zur Geltung, wenn der Adrenalinspiegel auf dem letzten Kilometer einer Flachetappe rasant ansteigt. Nach dem intensiven Kopf-an-Kopf-Finale setzt ein hauchdünner Sieg unvergleichliche Emotionen frei. Der Norweger Thor Hushovd gewann 2005 die Punktwertung ohne auch nur einen einzigen Tagessieg. Im Gegensatz dazu machte Mark Cavendish die schmerzliche Erfahrung einer Aufgabe bei der Tour 2008, obgleich er zuvor gleich vier Etappen zu seinen Gunsten entschieden hatte. Die beiden Champions liefern ihre Analyse zur doppelten Zielstellung, die sie bei der Tour verfolgen.

Thor Hushovd: «Über meine gesamte Karriere hinweg betrachtet, sticht das Grüne Trikot hervor»

«Wie jeder andere Sprinter auch habe ich es in erster Linie auf Etappensiege abgesehen. Allerding ist es eine unglaubliche Genugtuung, die Tour auf den Champs-Elysées im Grünen Trikot zu beschließen. Ich habe 2005 ein Wechselbad der Gefühle erlebt, weil ich einerseits zwar die Punktwertung, andererseits jedoch keine einzige Etappe gewonnen habe. Für mich und das Team war es frustrierend, keinen Tagessieg zu erzielen, und gleichzeitig haben wir uns dieses Grüne Trikot im Laufe der Tage gesichert. Es ist wirklich schwierig, sich zwischen einem Etappensieg auf den Champs-Elysées und dem Grünen Trikot ohne Tagessieg zu entscheiden. Vom Gänsehautfaktor her bleibt der Sieg auf den Champs-Elysées 2006 mit zwei oder drei Längen Vorsprung vor McEwen sicher der absolute Höhepunkt und der erfolgreichste Sprint meiner Karriere. Bei einer Betrachtung mit dem nötigen Abstand sticht aber das Grüne Trikot hervor.»

Mark Cavendish: «Sprints zu gewinnen, ist mein Job»

«Ich versuche, den Druck auszublenden. Sprints zu gewinnen, ist mein Job, dafür werde ich bezahlt. Natürlich würde ich nur allzu gerne das Grüne Trikot gewinnen, es ist jedoch kein Ziel, das ich um jeden Preis anvisiere. Ich weiß, dass mehrere Fahrer auf diese Punktwertung aus sind, halte es aber für realistischer, Tagessiege einzufahren. Daher will ich Etappensiege feiern… und in Paris ankommen. So lauten meine beiden Ziele. Ich habe es bislang noch nicht geschafft, die Tour zu beenden, das ist mir also wichtig. Würde ich aber starten und das Grüne Trikot als Ziel ausrufen, wäre das doch etwas zu optimistisch. Eine Etappe zu gewinnen, ist Begeisterung pur: Bekanntermaßen gelingt das bei der Tour de France nicht allzu vielen Fahrern. Wenn natürlich alles wie geschmiert läuft, und man den Zielstrich als Erster überquert, ist das eines der überwältigendsten Gefühle der Welt.»

 

03/07/2009 - Tom Boonen erhält Starterlaubnis

Nach dem am 3. Juli ergangenen Urteilsspruch des Sportschiedsgerichtes (CAS) wird Radprofi Tom Boonen vom Team Quick Step bei der Tour de France 2009 an den Start gehen. A.S.O. nimmt diesen Beschluss zur Kenntnis. Die Leitung der Tour de France hegt keinen Zweifel, dass die neue

Bewährungschance, die dem großen Champion Tom Boonen somit gewährt wird, diesen dazu bringen wird, während des Rennens ein beispielhaftes Verhalten an den Tag zu legen.
 

03/07/2009 - Mannschaftsvorstellung: 9000 Schaulustige

Die 180 Radprofis, die bei der 96. Auflage der Tour de France an den Start gehen, haben im Rahmen der gut besuchten Mannschaftsvorstellung bereits ihr erstes großes Bad in der Menge erlebt. Mehr als 9000 Menschen jubelten den Champions zu, die sich auf der vor dem Hafen aufgebauten Bühne präsentierten.

Das Grußwort bei dieser Vorstellungsrunde sprach Christian Prudhomme, der insbesondere die Qualität der mit einer 9 endenden Tourjahrgänge hervorhob: erste Siege für Coppi (1949), Merckx (1969) und Armstrong (1999). Der starke Mann der Tour de France äußerte abschließend einen Wunsch für die drei anstehenden Rennwochen: «Hätte ich einen Wunsch frei, so würde ich mir wünschen, dass der Rennausgang so lange wie möglich offen bleibt, die Spannung so lange wie möglich andauert, so nahe wie möglich bis an die Champs Elysées heran.» Anschließend machte seine Hoheit Prinz Albert II keinen Hehl aus dem Stolz des Fürstentums Monaco, Schauplatz der Tour zu sein: «Für mein Land ist dies eine Gelegenheit, seinen Anspruch zu bekräftigen, als eine der Welthauptstädte des Sports in Erscheinung zu treten.»
 

03/07/2009 - PMU und die Tour 2009: ein Spurtsieg!

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Als offizieller Partner des Grünen Trikots ist PMU bei der diesjährigen Auflage ebenfalls Sponsor der Rückennummern der Tour de France.

Im 19. aufeinander folgenden Jahr als offizieller Partner des Grünen Trikots bekräftigt PMU sein Engagement in der Welt des Sports und vermittelt in diesem Jahr zusätzlich die Werte von Wettkampf und Eintracht im Herzen des Fahrerfeldes.

Für die aktuelle Ausgabe wartet PMU mit der Webseite sprintgagnant.com auf. Dort kann man für jede einzelne Etappe seinen Tipp hinsichtlich Top 3 der Fahrer, Top 3 der Mannschaften und in Bezug auf den Träger des Grünen Trikots abgeben. In Partnerschaft mit der offiziellen Webseite der Tour de France, die Tippern mit Blick auf eine optimale Prognose sämtliche Informationen liefert, bietet die Seite sprintgagnant.com die Möglichkeit, Punkte zu sammeln und viele Preise zu gewinnen: Grüne Trikots, Smartphone, Mini-PC, Geschenkgutscheine… alle Tipper nehmen an einer Endauslosung teil mit der Aussicht auf noch mehr Geschenke!

 

01/07/2009 - Zuschaueransturm auf Monaco?

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© Centre de Presse / Charly Gallo-Didier Gamerdinger

Didier Gamerdinger© Centre de Presse / Charly Gallo

In Monaco schlägt die Tour de France ihre Zelte in einem Zwergstaat auf. Sämtliche Einrichtungen für die Versorgung von Fahrern, Teams und Begleittross mussten auf einer Fläche von gerade einmal zwei Quadratkilometern Platz finden. Vor allem aber galt die Vorbereitung dem Ansturm der Zuschauermassen, die der Mannschaftsvorstellung, dem Auftaktzeitfahren und dem Start der zweiten Etappe beiwohnen werden. Seit nahezu zwei Jahren arbeiten die monegassischen Behörden an den logistischen Aspekten der Veranstaltung, und insbesondere an der Frage des Transports im Fürstentum während dieser außergewöhnlichen Woche. Didier Gamerdinger, Generaldirektor für innere Angelegenheiten, hat den ganzen Werdegang und die Umsetzung der Planungen überwacht.

Mit dem Startschuss der Tour de France stellt sich Monaco einer neuen organisationstechnischen Herausforderung…

Wir wollten die Tour bei uns begrüßen, weil es sich um eine internationale Veranstaltung erster Güte handelt. Um für dieses Stelldichein gewappnet zu sein, konnten wir auf ein ausgereiftes Know-how zählen, das insbesondere beim Grand Prix der Formel 1 ins Spiel kommt, und andererseits auch für die Masters Series im Tennis oder den Marathon von Monaco. Beispielsweise wurde ein Teil der vom monegassischen Automobilklub genutzten Strukturen für die Tour bewahrt, wie etwa die Tribüne mit 6500 Sitzplätzen oder die Übergangsbrücke über der Rennstrecke. Vor allem haben wir jedoch vor mehr als einem Jahr ein Organisationskomitee eingerichtet, bei dessen Sitzungen im Durchschnitt ständig 55 Personen anwesend sind. Ich vertrete die Auffassung, dass alle Fragen angesprochen und auch von operativen Teams in jedem der Schlüsselbereiche geklärt wurden.

Neu war doch sicherlich die Schwierigkeit, den Umfang des Zuschauerandrangs genau vorherzusagen?

Es gibt tatsächlich zwei Parameter, auf die wir keinen Einfluss ausüben können: das Wetter und den Zuschauerandrang. Es handelt sich um eine kostenlose Veranstaltung, daher fällt es sehr schwer, die erwartete Zuschaueranzahl zu beziffern. Wir haben unsere Bemühungen auf den 4. Juli konzentriert. Die Infrastrukturen sind für 150 000 Personen ausgerichtet. Falls es mehr werden, geraten wir vielleicht etwas in die Bredouille, aber was soll’s.

Indem der Tross der Tour de France seine Zelte vor Ort aufschlägt, wird Monaco auch zur Flaniermeile des normalen Bürgers, meilenweit vom üblichen Klischee entfernt…

Diese Karte haben wir natürlich zuallererst ausgespielt. In organisatorischer Hinsicht wollen wir den Beweis antreten, dass Monaco als Hauptstadt des Weltsports auch in der Lage ist, eine Veranstaltung für die breite Öffentlichkeit auszurichten. Einen Fehltritt dürfen wir uns daher auch nicht erlauben.

Das Transportsystem für den 4. Juli

  • Ein Triebwagen im Acht-Minuten-Takt im Bahnhof von Monaco, aus Italien wie auch aus Westen
  • Ein Bus alle zehn Minuten, um die Verbindung Nizza-Monaco über die untere Küstenstraße zu gewährleisten
  • 65 Stellplätze für Reisebusse befinden sich im Viertel von Fontvieille
  • 600 Stellplätze für Campingwagen sind auf dem Gebiet der Anrainerkommunen von Monaco vorgesehen
  • Ungefähr 5900 Pkw-Parkplätze stehen zur Verfügung. Zuschauer werden gebeten, Fahrgemeinschaften zu bilden.

Der Personalaufwand (beinahe 1000 Personen insgesamt)

  • 300 Polizisten der so genannten Sûreté Publique von Monaco
  • 411 freiwillige Helfer
  • 86 Sanitäter des Roten Kreuzes
  • Ärzte- und Krankenpflegerteams des C.H.P.G.
  • Die Feuerwehr
  • Die Karabiniere
 

01/07/2009 - Die Tour der aufgehenden Sonne

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Der 96. Auflage der Tour de France ist bereits jetzt ein Platz in den Annalen sicher, da zwei japanische Radprofis im Fahrerfeld unterwegs sind. Fumiyuki Beppu (Skill Shimano) und Yukiya Arashjiro (BBox), deren Teilnahme am Wettbewerb vorgesehen ist, sind in gewisser Weise die Nachfahren von Kisso Kawamuro, der sich 1926 und 1927 in zwei Anläufen in das das Abenteuer stürzte, ohne Paris aber jemals erreicht zu haben. Auch 60 Jahre später blieb Daisuke Imanaka aus dem Team Polti dieser Erfolg verwehrt. Seither hat sich der Radsport im Land der aufgehenden Sonne weiterentwickelt. Letour.fr nutzte die Anwesenheit der japanischen Fahrer zu einem Interview mit Tomoharu Masuda, Produktionsleiter für Radsport bei J SPORTS, dem Sender, der die Tour überträgt.

In welchem Maße wird die Präsenz von zwei japanischen Fahrern die Tour-Planung bei J-Sport auf den Kopf stellen?

Es ist wirklich wichtig, zwei Fahrer aus unserem Land bei der Tour starten zu sehen. In Japan steht das Fahrrad seit einigen Jahren hoch im Kurs, wir erleben einen unglaublichen und beispiellosen Boom. Viele junge Menschen greifen zum Helm und steigen auf ihr Rennrad, um zur Arbeit oder zur Schule zu fahren. In Wirklichkeit sind die Radsportfans aber nicht unbedingt zahlreicher als früher. Dank der Tour-Teilnahme unserer Fahrer, wird die Öffentlichkeit das Geschehen sicher mit mehr Aufmerksamkeit verfolgen. Wir sind davon überzeugt, dass die Menschen dem Charme des Radrennens erliegen werden, sobald sie sich die die Tour ansehen. Deshalb versuchen wir so viele Bilder wie möglich von unseren Landsleuten im Fahrerfeld zu übertragen. Wir entsenden einen Kameramann nach Frankreich, der ihnen auf Schritt und Tritt folgen soll, und strahlen Ende August eine Doku-Sendung über ihren Tourverlauf aus. Wir betrachten es quasi als Mission, den Menschen, die sich bislang nur für andere Sportarten interessieren, die Augen zu öffnen und ihnen die Schönheit des Radsports zu vermitteln.

Welche Neuheiten hat Ihr Sender für die Tour 2009 im Programm?

Zunächst einmal werden wir alle Etappen live und in hoher Auflösung übertragen. Für die Live-Übertragung der Monaco-Etappe laden wir Ukyo Katayama, den ehemaligen Formel-1-Piloten, sowie die Familie oder ehemalige Teamgefährten unserer japanischen Fahrer zu uns ins Studio ein. Als Berater begrüßen wir auch Daisuke Imanaka, der an der Tour 96 teilgenommen hat. Live eingeblendet werden auch Journalisten per Telefon, um den Fernsehzuschauern frische Informationen, insbesondere zu den Japanern zu liefern. Jedes Jahr organisieren wir Gewinnspiele, aber für diese Auflage wird es noch mehr Quiz-Sendungen und Geschenke geben, um das TV-Publikum zu ermutigen, die Tour drei Wochen lang zu verfolgen.

Wie betrachten die japanischen Zuschauer den Radsport und die Tour?

Die japanischen Anhänger denken nicht nur an ihre Landsleute, sondern verfolgen auch aufmerksam den Kampf um das Gelbe Trikot! Weil aber zum ersten Mal nach 13 Jahren wieder ein japanischer Starter bei der Tour dabei ist, halte ich es für normal, dass die Begeisterung der Fans keine Grenzen kennt. Was erwarten die Menschen? In erster Linie natürlich einen Etappensieg. Und dann hoffen wir, dass sie sich vor der Kamera zeigen und in einer Ausreißergruppe ihr Glück versuchen. Und dann müssen sie auch bis zum Schluss durchhalten, bis auf die Champs Elysées!

 

30/06/2009 - Tour 2009: Die Herausforderung des Jahres für Orange

© Orange-Henri Terreaux

Henri Terreaux© Orange

Die 4500 Fahrer und Begleitpersonen, die sich mit dem Tour-Tross fortbewegen, benötigen mehrheitlich aus beruflichen Gründen effiziente Kommunikationsmöglichkeiten. Orange hat die Aufgabe, ihnen mit Blick auf die Übertragungen unter allen Voraussetzungen optimale Arbeitsbedingungen anzubieten. Es handelt sich um die Herausforderung des Jahres für Henri Terreaux, den Leiter für Sondereinsätze bei Orange.

In welcher Hinsicht ist die Tour de France ein komplexes Ereignis für Orange?

Das Schwierige an der Tour ist vor allem ihr mobiler Charakter. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Frage der Kommunikation für alle bei der Tour beschäftigten Menschen die zentrale Rolle spielt. Deshalb arbeiten wir unglaublich hart an der Vorbereitung der Tour: Im Rahmen einer unerlässlichen Erkundungsaktion mache ich mir gemeinsam mit dem Organisationsteam ab Oktober ein Bild von den Straßen der Tour, um den Umfang der Mittel für jeden einzelnen Standort genau einschätzen zu können. Mit dem Netz von Orange besitzen wir auch die Möglichkeit einer Unterstützung durch lokale Ressourcen. Wir sind darüber hinaus die einzigen, die so arbeiten. Eine Sache ist klar: Wenn wir uns an entlegenen Orten ohne jegliche Ausrüstung wie dem Mont Ventoux installieren, müssen wir gezwungenermaßen Lösungen erfinden. Beispielsweise setzen wir bei dieser vorletzten Etappe mobile Zusatzstationen im Berg ein. Dadurch können die Zuschauer selbst in Zonen telefonieren, in denen es sonst nur Funklöcher gibt.

Die Entwicklung des Tour-Umfangs wirft doch sicher auch schwer lösbare technische Fragen auf…

Mehr noch als der Umfang der Tour zwingt uns insbesondere die Veränderung der Berufe und Gewohnheiten zu äußerst raschen Anpassungen. Vor einigen Jahren zum Beispiel versandte ein Fotograf am Zielstrich etwa ein Dutzend Fotos. Weil es heute wesentlich schneller geht, und die Übertragungskosten gesunken sind, sendet der gleiche Fotograf 150, 200 oder 500 Fotos. Und wir müssen sinnbildlich ein Übertragungsrohr anbieten, das alles aufnehmen und weiterleiten kann. Zudem gibt es immer mehr TV-Teams, die ihre Bilder und Sendungen über unsere digitalen Leitungen ausstrahlen, also wächst die Nachfrage ins Bodenlose. Da sind wir gefragt.

Die technologische Herausforderung als zusätzliche Motivation…

Die Beteiligung von Orange bei der Tour ist weitaus mehr als eine kommerzielle Aktion. Diese Veranstaltung zwingt uns, innovative Lösungen zu finden. Es handelt sich um ein regelrechtes Labor und gleichzeitig auch um einen Schaukasten für unser Know-how. In diesem Jahr werden wir beispielsweise einen WiFi-Verteilerkasten der neuen Generation einsetzen, der bis zu 1000 Nutzer gleichzeitig aufnehmen kann, im Gegensatz zu den rund 30 mit unseren traditionellen Verteilern.

Orange bei der Tour de France

  • Ein Event-Team von 50 Personen
  • 860 Mitarbeiter (Leiter, Techniker, Piloten…) aus den Regionaldirektionen
  • 178 Km Kabel in 21 Etappen aus- und einzurollen
  • 7350 Analogleitungen
  • 3360 Numéris-Leitungen
  • 4700 ADSL-Leitungen
  • 750 «Zwischenpunkte»
  • 168 Satellitenstationen
  • 3 Lkw von 35 Tonnen
  • 3 Lieferwagen
  • 11 Großraumlimousinen
  • 16 Tonnen Material
 

25/06/2009 - Vor 8 jahren in… Colmar

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Am 17. Juli legt die Tour de France einen Zwischenstopp in Colmar ein. Die Stadt im Elsass wird für immer und ewig mit der glorreichen Karriere von Laurent Jalabert verbunden bleiben. An gleicher Stelle feierte «Jaja» an einem 14. Juli im Alleingang einen Etappensieg, 6 Jahre nach seinem ersten Triumph am französischen Nationalfeiertag in Mende 1995. Damit schwang er sich zum vierten Tricolore-Fahrer auf, dem das Double gelang und tat es Delisle, Anquetil und Thévenet gleich.

Laurent Jalabert: «Schöne Erinnerung, schöne Lektion…»

Was ruft Colmar heute in Ihnen wach?

Eine sehr schöne Erinnerung, eine schöne Radsportlektion. Das Elsass ist wirklich eine malerische Region. Das Profil dieser Mittelgebirgsetappe lag mir gut. Und ich bin ein Fahrer, der großen Wert auf den 14. Juli, unseren Nationalfeiertag, legt. Ich hatte mir also schon lange vor Beginn der Tour die Mühe gemacht, diese Etappe auszukundschaften. Darüber hinaus konnte ich mich auf der letzten Abfahrt, die ich nur zu gut kannte, entscheidend absetzen. Wie schon auf dem Weg nach Mende am 14. Juli 1995 hatte sich vorne eine schöne Gruppe um Voigt, Cuesta, Basso und Roux gebildet. Ich fühlte mich pudelwohl, allerdings bereitete mir Voigt Kopfzerbrechen. Und dann habe ich mich die letzte Abfahrt regelrecht hinunter gestürzt. Bei den Kurven war ich hart am Limit. Wie in meiner gesamten Karriere habe ich mich am vorausfahrenden Motorrad orientiert und nur dann Tempo rausgenommen, wenn dessen Bremsleuchten zu sehen waren. Irgandwann hat es dann gescheppert, und Basso lag am Boden. Dadurch ist ein leichter Bruch in der Gruppe entstanden, und schließlich habe ich im Alleingang gewonnen. Beim Überqueren der Ziellinie spürte ich regelrecht, dass ich alles gegeben hatte.

Dieser Sieg steht symbolisch für Ihren Wechsel von ONCE zum Team CSC und für eine Zeit der Zweifel nach Ihrem Unfall zu Hause vom Jahresanfang…

Beim Tourauftakt stand ich ziemlich unter Druck wegen dieser famosen Leiter (Sturz in der Garage mit drei Apophysenbrüchen). Ich musste einen großen Rückstand wettmachen und konnte mein Leistungsvermögen nur schwer einschätzen. Davon abgesehen war es für mich der Beginn einer neuen Zeit mit dem Wechsel zum Team von Bjarne Riis. Das sind mit Sicherheit die Jahre, in denen ich am meisten Spaß hatte. Man konnte ungezwungen fahren. Ich konnte nach eigenem Gutdünken handeln. Und zudem brachte es mir den gewünschten Erfolg.

 

25/06/2009 - Tapetenwechsel

© A.S.O.-

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Das Dekor im Zielbereich erhält für die Tour 2009 einen Neuanstrich. Dieser Tapetenwechsel entspricht sowohl dem Streben nach Verschönerung als auch einer technologischen Herausforderung.

Ausgangspunkt ist stets eine weiße Linie, gezogen mit Kreide, Kalk oder mit der Spraydose gesprüht. Komplizierter ist das Ziel eines Radrennens im Grunde auch nicht. Mit diesem absoluten Ideal vor Augen haben die von der Organisation beauftragten Designer am neuen Zielbereich gearbeitet. Natürlich haben sich die kreativen Köpfe bei ihren Kreidearbeiten auch vom Willen eines sofortigen Wiedererkennungswertes der Tour de France leiten lassen. Nachdem eine ganze Menge Papier zerknüllt und Form- sowie Farbversuche aller Art durchgeführt waren, setzte sich ein Trend durch: Beschränkung auf das Wesentliche.

Nach dem Vollzug des Tapetenwechsels konzentriert sich die Botschaft auf die maßgeblichen Farben der visuellen Identität der Tour de France: schwarz, gelb und grau. In diesem Dekor, das auch die Farben der Partner zur Geltung bringt, besteht der Blickfang aus einem «Riesenwürfel», an dem fünf der sechs Seiten mit dem Tour-Logo verziert sind. Was die Linienführung angeht, hat sich ebenfalls das Wesentliche gegen die Fantasie durchgesetzt. Unter dem Zielgerüst gibt es in diesem Jahr nur einen einzigen Star: den Etappensieger.

Einen Katzensprung von diesem Ensemble entfernt – die Spezialisten haben es «Chronopole» getauft (in Anlehnung an die ursprüngliche Funktion der Zeitmessung) – wird der strahlende Sieger gebeten, auf das nach dem gleichen Strickmuster umgestaltete Podium zu klettern. Moderner, mit Flachbildschirmen ausgerüstet und ebenfalls von einem Würfel überragt: Das neue Podium bewahrt den feierlichen Aspekt des Trikotübergabe-Zeremoniells. Der schlichte Charakter dieser Plattform entspricht auch einem anderen Sachzwang: Anpassungsfähigkeit an komplexes Gelände. Im Vergleich zum früheren Podium hat man hinsichtlich der Länge der notwendigen Aufbaufläche vier Meter eingespart. Zudem wird die Länge des Podiums bei der Basisvariante (mit den heruntergelassenen Seitenwänden) von zehn auf sechs Meter verkürzt. In der Praxis bedeutet dies bei einer Ankunft auf dem Col d’Aubisque, wo das Podium bei der Etappenankunft 2007 nicht errichtet werden konnte, dass für das neue Zeremoniell ausreichend Platz bestünde.

Die Konzeption dieser Aufbauten kommt auch einer technologischen Meisterleistung gleich. Da die Vorgänge größtenteils automatisiert wurden, sparen die zuständigen Logistikteams im Zielbereich jede Menge Zeit und Energie. Während im Vorjahr noch ein Dutzend Menschen rund vier Stunden lang mit dem Aufbau beschäftigt war, reichen fortan zwei Paar Arme, um in nur 90 Minuten alles für den Empfang der Fahrer herzurichten! Schließlich bietet die Flexibilität der Anlage auch einen Vorteil im Sinne der Umweltfreundlichkeit: Wurden im Vorjahr noch zwei Lkw benötigt, transportiert nunmehr ein einziger Zielgerüst, Podium und Sprecherkabine.